Unterstützte Kommunikation

Bei der Unterstützten Kommunikation (UK) handelt es sich um ein sonderpädagogisches Fachgebiet, welches sich mit der Förderung der kommunikativen Kompetenzen von Menschen, die nicht oder nicht ausreichend über Lautsprache verfügen, beschäftigt. Die Unterstützte Kommunikation verfolgt das Ziel, den kommunikativen Austausch zwischen Menschen mit eingeschränkter Lautsprache und deren Gesprächspartner*innen zu verbessern (vgl. Boenisch, 2014).
Kommunikationsformen der Unterstützten Kommunikation, die an der Martin-Buber-Schule zum Einsatz kommen, sind:

- körpereigene Kommunikationsformen wie z.B. Blicke, Mimik, Gestik oder Laute werden neben dem Einsatz von Gebärden eine besondere Beachtung geschenkt. Gebärden werden primär aus der Gebärdensammlung „Zeig’s mir mit Gebärden“ und sekundär aus dem Kestner Gebärdenlexikon entnommen. Einmal monatlich werden die „Gebärden des Monats“ in den Klassen vorgestellt und können von den Eltern per Email bezogen werden. Die Gebärden des Monats stammen aus dem Bereich der Fokuswörter (in Orientierung an den Fokuswörtern nach Sachse/Wilke 2018) und werden je nach Bedarf und aktuellem Bezug mit Gebärden des Randvokabulars ergänzt.

- nichtelektronische Kommunikationshilfen: In allen Klassen werden visualisierte Hilfen (wie Gegenstände, Fotos, Bilder oder Symbole) zur Auswahl von Personen, Gegenständen, Aktivitäten oder anderen Mitteilungen genutzt. Ihre äußere Form und Komplexität wird den individuellen Fähigkeiten der Schüler*innen angepasst (z.B. Fotoalbum, Tage-/Ich-Buch, Kommunikationstafeln oder -mappen mit Symbolen bis hin zu Buchstabentafeln). Dabei werden vorrangig Symbole aus der Metacom-Symbolsammlung eingesetzt.

- elektronische Kommunikationshilfen: Um die Einsicht in einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang anzubahnen und dem Bedürfnis von Schüler*innen mit einem erhöhtem Förderbedarf nach mehr aktiver Beteiligung im Alltag nachzukommen, werden in den Klassen einfache elektronische Hilfen (wie PowerLink, Step-by-Steps, BigPoints etc.) eingesetzt. Neben diesen einfachen Hilfen verfügt unsere Schule auch über ein eigenes Kontingent an einfachen Sprachausgabegeräten mit natürlicher Sprachausgabe (wie GoTalk, SuperTalker), die von den Klassen ausgeliehen und zum Einsatz im Unterricht und Alltag genutzt werden können. Des Weiteren stehen UK-Kisten mit verschiedenen Spielideen zur Ausleihe zur Verfügung.


Seit dem Schuljahr 2014/15 verfügt jede Klasse über ein eigenes iPad mit Apps zur Unterstützten Kommunikation (GoTalkNow, MetaTalk, BookCreator etc.).


Die Förderung im Rahmen der Unterstützen Kommunikation findet an der Martin-Buber-Schule mit den beschriebenen UK-Hilfen sowohl im Alltag wie auch im Unterricht in den Klassen statt. In Orientierung „…an der normalen Sprachentwicklung, liegt das Hauptaugenmerk auf dem Miteinander zwischen den Kommunikationspartnern.“ (Castaneda & Waigand 2016). UK findet demnach nicht als isolierte Übung statt, sondern kommt im Alltag zum Einsatz. „Tatsächlich sind die spontanen Momente des Alltags oft die, in denen die UK-Nutzer über Modelling am Besten die Bedeutung von Sprache erwerben können.“ (ebd. 2016)


Kontakt bei Fragen und zu weiteren Infos: uk@martin-buber-schule.com